Lisa Premke
2261
portfolio_page-template-default,single,single-portfolio_page,postid-2261,qode-social-login-1.1.3,stockholm-core-2.1.9,select-child-theme-ver-1.1,select-theme-ver-7.8,ajax_fade,page_not_loaded,,qode_menu_,wpb-js-composer js-comp-ver-6.6.0,vc_responsive

Lisa Premke

 

studierte zunächst Architektur und später Bildende Kunst an der Gerrit-Rietveld-Akademie in Amsterdam, bevor sie ihren Master of Sound for the Moving Image an der Glasgow School of Art erwarb. Für ihre ortsspezifischen Projekte wurde sie wiederholt zu internationalen Residency-Stipendien eingeladen, so u.a. für 48h Novosibirsk in Sibirien (Goethe Institut), die Kochi Pepperhouse in Indien, der Košice Artist in Residence (Slowakei) oder den Binaural Nodar in Portugal. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter die Kochi Muziris Biennale, das Kindl Kesselhaus (48hNK), das Studio 1 Künstlerhaus Bethanien in Berlin und Arti et Amicitiae in Amsterdam. Als Klang- und Raumdesignerin arbeitet Lisa Premke seit Jahren mit verschiedenen Künstlern, Filmemachern und Choreographen zusammen. Die Künstlerin ist 2019 Preisträgerin des Neuköllner Kunstpreises von Berlin und Stipendiatin des Kulturaustauschprogramms des Berliner Senats.
In ihren Arbeit experimentiert Premke mit der Idee, Objekten und Räumen Handlungsfähigkeit zu verleihen, indem sie sie zu geräuschproduzierenden Subjekten macht. Diese Forschung leitet sich aus der Frage ab, wie Alltagsobjekte, Bewegungen oder Klang Bedeutungsträger einer Gemeinschaft werden. Wie fangen sie an, einen Teil unseres Erbes und unserer Erzählungen zu tragen? Und inwiefern beeinflusst das sich stetig wiederholende Erbe uns? Mit ihren akustischen Objekten und ortsspezifischen performativen Installationen sucht die Künstlerin nach einer Materialität und einem Bewusstsein von kollektivem Verhalten und (Verlust)Erfahrungen. Es besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen sozialen Mustern, Materialität, Bewegung, Klang und Form – sie bedingen sich gegenseitig und verändern sich zusammen. Oft inszeniert Premke im (semi-) öffentlichen Raum und geht hier offensiv und physisch der Frage nach, wie der Stadtraum Teil des gesellschaftlichen Erbes ist, ob er eine gemeinsame Stimme hat und was für Berührungsmöglichkeiten es mit den Materialien und Klängen der eigenen Umgebung gibt. Das Verhalten des Publikums zum Werk ist ein großer Teil ihrer Arbeitsweise und Forschung – ebenso der Versuch die Interaktion zwischen den Parteien zu dirigieren. Die Größe, der Bewegungsradius und die Lautstärke des Objekts bedingen sich gegenseitig und provozieren bestimmte Reaktionen. Obwohl ihre Arbeiten (visuell) großflächig und dominant sind, ist der Sound oft sehr zart, das Publikum zur Intimität auffordernd. Nur im nahen Kontakt mit den Werken ist die Reibung sichtbar, wird der Klang gehört, und kann Vertrautheit durch die Verletzbarkeit beider Parteien entstehen. Die Möglichkeit des Scheiterns ist für Premkes Arbeit von entscheidender Bedeutung. Mit der Zeit werden Materialien abgenutzt, mutieren oder verschwinden im Raum. Die Materialien reiben, schlagen und streicheln sich gegenseitig; sie erzeugen selbst Klang und erzählen ihre eigene Geschichte.

www.lisapremke.de